11. Arber und Arbersee
Der Arber (1.456 m ü. NN) Der Große Arber ist mit 1.456 m ü. NN der höchste
Berg des Bayerischen Waldes und wird daher auch als „König des Bayerischen
Waldes“ bezeichnet. Seine Gipfelregion besteht aus Paragneis. Die baumfreie
Gipfelzone des Großen Arbers ist von subalpinen Magerrasen, Felsfluren und
Latschengebüschen geprägt, wie sie in dieser Ausdehnung im Bayerischen Wald
sonst nirgends auftreten. Neben dem Großen Arber gehört auch der Kleine
Arber mit 1.384 m zur Berggruppe. Der Gipfel ist gezeichnet von zwei Kuppeln,
die militärische Radarstationen beherbergen. Diese militärischen Objekte
wurden während des Kalten Krieges an der tschechischen Grenze errichtet, um
den Flugverkehr im Ostblock überwachen zu können. Der größte Teil des Großen
Arbers und die umliegenden Waldgebiete befinden sich im Besitz der Fürsten
von Hohenzollern-Sigmaringen. Diese erwarben 1852 die Besitzung des Glashüttenmeisters
Hafenbrädl in Böhmisch Eisenstein, später Markt Eisenstein, heute Železná
Ruda, und 1872 die in Bayerisch Eisenstein. Der Arbergipfel weist im
Durchschnitt 160 Frosttage und eine Schneedeckendauer von 150 Tagen auf. Wegen
der Spät- und Frühfröste hat die Vegetationsperiode nur eine Dauer von
etwas mehr als 100 Tagen. Arber Bergbahn Koordinaten Arbersesselbahn: 49°
7‘16.80“N, 13° 8‘32.05“E Die Arber-Bergbahn wird durch die
Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern betrieben. Dies rührt aus der
geschichtlichen Besonderheit her, dass sich der größte Teil des Großen
Arbers und die umliegenden Waldgebiete im Besitz der Fürsten von
Hohenzollern-Sigmaringen befinden. Am 17. September 1949 wurde im Skigebiet
des „Königs des Bayerwaldes“ der erste Sessellift zum Arber eröffnet.
Die Idee hierzu stammte von dem Ingenieur Franz Oberhofer aus Böhmisch
Eisenstein. In Fürst Friedrich von Hohenzollern, der selbst ein begeisterter
Skifahrer war, fand er einen regen Befürworter. 1962 wurde eine
Doppelsesselbahn für den Skibetreib ausgebaut. 1999 begannen bei der
Arber-Bergbahn grundlegende Modernisierungungsarbeiten mit dem Neubau der
Sechser-Gondelbahn auf einer neuer Trasse. 2000 kam es zum Spatenstich für
das Ski-Landesleistungszentrum Großer Arber. 2002 begann der Neubau einer
Sechser-Sesselbahn am Nordhang. Das Haus Hohenzollern investierte rund 4,5
Millionen Euro in den neuen Sechser-Sessellift. Die Arbeiten endeten am 16.
Dezember 2005 mit der Einweihung der Sonnenhang Sechser-Sesselbahn.
Infos:
Arber-Bergbahn: 09925/94140
Berghäuser
Arberschutzhaus, Telefon 09925/904010
Eisensteiner Hütt‘n, Telefon 09925/941428
Gasthaus Gondelbahn, Telefon
09925/941450
Berghaus Sonnenfels, Telefon 09925/1379
Großer Arbersee
Koordinaten: 49° 5‘56.14“N, 13° 9‘32.47“E
Der Große Arbersee liegt
an der Flanke des Großen Arbers. Er ist ein Relikt der Eiszeit (Karsee) und
von einem dichten Urwald und Hochwald umschlossen. Der Große Arbersee ist der
meistbesuchte See des Bayerischen Waldes. Er ist in einen tiefen und
wildromantischen Bergkessel gebettet. Durch Filzbildung verlor der See
zwischen 1803 und 1897 etwa 1,5 ha von seiner Fläche. Um das Zuwachsen des
Sees zu verhindern, wurde 1899 ein großer Teil der Schwingrasen abgesprengt
und an Land gezogen, wodurch sich die Seefläche wieder erheblich vergrößerte.
Heute gibt es noch zwei größere Flächen Schwingrasen im westlichen Teil des
Sees, einen mit 1,4 Hektar im Südwesten und einen mit 0,8 Hektar im
Nordwesten. Im Gegensatz zu den Schwingrasen im Kleinen Arbersee sind dies
jedoch keine schwimmenden Inseln, da sie über die gesamte Länge mit dem Ufer
verbunden sind. Der Große Arbersee befindet sich unmittelbar neben einer
vielbefahrenen Straße, daher beträgt die Besucherzahl etwa eine halbe
Million pro Jahr. Der See kann dabei auf befestigten Wegen und im Moorbereich
auf Stegen umwandert werden. An seinem Ufer steht die Gaststätte
Arberseehaus, Telefon 09925/902003.
Daten großer Arbersee
Höhenlage 935 m ü.
NN
Fläche 7,7 ha
Seelänge 550 m
Seebreite 260 m
Volumen 450.000 m³
Maximale
Tiefe 16 m
Mittlere Tiefe 5,8 m
pH-Wert 5,91
Einzugsgebiet 2,58 km²
Kleiner
Arbersee
Koordinaten: 49° 7‘42.78“N, 13° 7‘14.49“E
Ein aus der
letzten Eiszeit stammender Karsee, der als einer der schönsten und urwüchsigsten
Bergseen im Bayerischen Wald gilt. Erleben Sie die Schönheiten und
Besonderheiten durch einen Rundgang um den See mit seinen schwimmenden Inseln.
Einkehr in der Wirtschaft „Seehäusl“ am Kleinen Arbersee, Telefon
09943/1385.
Hindenburgkanzel
Koordinaten: 49° 8‘51.61“N, 13°
9‘23.97“E
In der Nähe des Brennes befindet sich ein Aussichtsfelsen
namens „Hindenburgkanzel“. Entfernung Hindenburgkanzel - Arber/Talstation
(4,5 km)
Arberschutzhaus
Es erwartet Sie ein neu renoviertes gemütliches und
uriges Bergschutzhaus mit hervorragender Gastronomie mit guter bayerischer Küche
auf 1358 m direkt unterhalb der Arber-Gondelbahn. Im ersten Stock des
Schutzhauses befinden sich moderne Zimmer im Hüttencharakter, alle mit Dusche
und WC. Völlig neu ist das „Hochzeitszimmer Nr. 7“ mit Himmelbett zum
Wohlfühlen wie im 7. Himmel! Telefon 09925/904010
Weiterer Routenverlauf
Arbersee - Bodenmais/Silberberg (10,7 km) Silberberg - Bodenmais/Mitte (2,3
km) Bodenmais - Joska Bodenmais (4,3 km)
12. Bodenmais
Koordinaten: 49°
4‘11.08“N, 13° 5‘40.96“E
Geschichte Der erste urkundliche Bericht über
Bodenmais findet sich im Urbar der bayerischen Herzöge um das Jahr 1300, in
dem vom „Item das Goldwerch ze Pabenmaiz“, berichtet wird. Um die Mitte
des 15. Jahrhunderts wurde in den Gruben bei Bodenmais, genannt „des Allmächtigen
Gottes Gabe“, nach Silber gegraben. Um 1485 erhielt der Ort vom bayerischen
Herzog Albrecht IV. besondere Privilegien, durch den großen Freiheitsbrief
von 1522 wurde der Ort zur „vollkommen gefreiten Bergstadt“ erhoben ...